Gespräch mit den Vertrauensleuten Katharina Meinecke und Gerhard Eber

Aus Versehen wurde im Gemeindebrief vom Juli eine vorläufige, nicht korrigierte Fassung des Gespräches der Vertrauensleute abgedruckt. Die Redaktion bittet dies zu entschuldigen. Hier können Sie das Gespräch nachlesen, so wie es hätte erscheinen sollen.

Im Januar hat der Kirchenvorstand (KV) Gerhard Eber zum Vertrauensmann des KVs und Katharina Meinecke zur stellvertretenden Vertrauensfrau gewählt. Dies ist ein Gespräch mit den beiden über ihre Ziele, Wünsche und ihren Glauben.

Was ist ein Vertrauensmann bzw. eine Vertrauensfrau? Was können wir uns darunter vorstellen?

Gerhard Eber (GE): Die Vertrauensperson ist ein Mitglied im Kirchenvorstand mit ein paar zusätzlichen Aufgaben. Einmal dafür Sorge zu tragen, dass der KV seinen Aufgaben gegenüber den Hauptamtlichen nachkommen kann, d.h. konkret, dass der Kirchenvorstand bei allen Themen seiner Zuständigkeit einbezogen wird. Dann innerhalb des KVs auf die Einheit des Kirchenvorstandes hinzuarbeiten. Und er ist ein besonderes Gegenüber des Pfarramtsführers bezüglich der Gemeindeentwicklung. Es sind immer zwei Personen, die für sechs Jahre gewählt werden.

Katharina Meinecke (KM): Für mich ist das Amt neu. Ich gehe vom Begriff aus: Vertrauen, was meint das?  Vertrauen kann ich nicht fordern, Vertrauen ist etwas, das ich geben und das ich bekommen kann, ich kann jemandem Vertrauen schenken und mir schenken lassen.  Mir wurde das Vertrauen gegeben dieses Amt auszufüllen und ich habe es angenommen. Ich sehe mich als Ansprechpartnerin für unsere Pfarrer Irene und Karsten Schaller, die einzelnen Mitglieder im KV und für die Gemeindeglieder.

Was habt ihr für Ziele?

GE: Mein oberstes Ziel ist, dass wir weiter eine offene Kirchengemeinde sind, in der jeder willkommen ist. Hinsichtlich der Zusammenarbeit im Kirchenvorstand ist mein Ziel einen guten Mix aus Eigenverantwortlichkeit der Ausschüsse und Arbeitskreise hinzubekommen, gepaart mit der Sensibilität für das was Alle im KV angeht. Da ist viel Sensibilität von allen Seiten gefordert. In meiner zweiten Amtszeit möchte ich verstärkt das Gespräch mit jedem einzelnen Mitglied im KV suchen, so dass jeder seine Fähigkeiten optimal einbringen kann.

KM: Mir ist wichtig, dass ich einen offenen, weiten Blick für viele Menschen habe. Wir haben viele Gruppen und Ausschüsse, die wir im Blick behalten  und mit anderen  Ehrenamtlichen vernetzen wollen. Einmal im Monat treffen wir uns mit Karsten um die monatliche KV-Sitzung vorzubereiten.  Ich möchte aber gerade auch Gemeindeglieder ansprechen, vernetzen, verbinden.

Was wären Themen, mit denen man zu Euch kommen könnte?

GE: Mit Anregungen, Kritik, Sorgen, aber auch Verstärkungen - ganz wichtig!. Konstruktive Kritik ist immer willkommen, aber man kann auch einfach mal sagen: Das habt ihr gut gemacht oder wir fühlen uns wohl in dieser Kirchengemeinde.

KM: Ja, das gilt für mich ganz genau so.  Mir ist wichtig als Vertrauensfrau achtsam und wertschätzend zu kommunizieren und in Konfliktfällen möchte ich versuchen zu vermitteln. 

Wie glaubt ihr, könnt ihr dieses Amt füllen?

GE: Wir leben unseren Glauben in Deutschland sehr abstrakt, wir reden selten darüber. Ich war kürzlich in England und habe es dort ganz anders erlebt. Dort wird mit einer Selbstverständlichkeit über den Glauben gesprochen und gebetet, das war beeindruckend. Mein Ziel ist es, dass wir stärker da hin kommen. Mich würde es freuen, wenn Menschen zu mir kommen und sagen: Ja, ich erlebe einen einfachen Zugang zu Gott in euren Gottesdiensten, ich singe bei euch in einem Chor, und erlebe, wie das über das Singen hinausgeht und sich mir dieser Zugang eröffnet.

KM: Ich stehe für Kirchengemeinde als Heimat und das möchte ich auch ausstrahlen. Für mich ist es ein irdischer Ausdruck unserer eigentlichen Heimat im geistig-seelischen Raum. Ich habe selber diese Erfahrung gemacht, als ich 2007 in einer schwierigen Lage war und alleine mit meinen beiden Kindern nach Oberhaching kam. Ich bin hier in der Kirchengemeinde mit offenen Armen, offenem Herzen aufgenommen worden und habe ein wirkliches Zuhause gefunden. Aus Dankbarkeit dafür engagiere ich mich jetzt hier.  Dazu fällt mir ein Satz des Benediktiner Mönchs David Steindl-Rast ein: „Nicht das Glück macht dankbar, sondern die Dankbarkeit macht glücklich.“

Wie beschreibt ihr Euren eigenen Glauben?

KM: Jeder Morgen ist neu, ist neues Leben.  Das macht mich dankbar, dankbar für dieses unfassbare Geschenk wirklich zu leben – in dieser wunderbaren Schöpfung, die wir hoffentlich bewahren werden. Und immer wieder darf ich im Rückblick sehen: ich bin geführt – auch und gerade in den dunklen Zeiten.

GE: In allen Aufs und Abs in meinem Leben habe ich Gott als liebend erfahren, dem jeder einzelne Mensch wichtig ist und der sich erfahren lässt.

KM: Eine Kraft, die erfahrbar ist. Es ist ja nicht nur so, dass ich Gott suche, sondern auch so, dass Gott mich, mich Mensch, sucht.

GE: Unser Gottesbild ist sehr ähnlich.

KM: Ja, wir beide wirken recht unterschiedlich, aber innerlich sind wir uns sehr ähnlich. Wir sind ein gutes Team.