Grüß Gott...

...und herzlich willkommen auf der Homepage unserer Kirchengemeinde Zum Guten Hirten Oberhaching. 

Brief zum Sonntag

Liebe Gemeinde!

Hinter uns liegt die erste Woche, in der wir nur sehr eingeschränkt aus dem Haus gehen konnten. Ich denke, alle hatten da sehr unterschiedliche Erfahrungen. Manche genießen die Ruhe fast, manche müssen mehr arbeiten als sonst, weil sie alles neu organisieren müssen. Manche haben große Sorgen, weil sie um ihre Arbeit bangen müssen; manche machen sich Sorgen um ihre Mitarbeiter. Die einen sind sehr allein, in anderen Häusern sitzt alle zu eng aufeinander. Manche freuen sich aber auch an gemeinsamer Zeit. Viele machen sich Sorgen um ihre Gesundheit oder um die Gesundheit von ihren Lieben. Es besteht eine große Unsicherheit, wie das alles weitergehen soll, welche Folgen das alles noch haben wird.
Die Passionszeit ist die Zeit, in der wir uns darauf besinnen, dass das Leiden in unserer Welt immer da ist – und dass Gott in Jesus Christus durch dieses Leiden hindurchgegangen ist, um auch in schweren Zeiten bei uns zu sein. In der Passionszeit versuchen wir, diesen Weg von Jesus mitzugehen – um selbst die Nähe Gottes zu spüren; aber auch, um denen nahe sein zu können, die leiden und unsere Hilfe brauchen.Der Predigttext für diesen Sonntag, den Sonntag Judika, fasst dies in wenigen Worten zusammen: Er steht im Hebräerbrief, im 13. Kapitel, die Verse 12-14: 

Jesus hat, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
Draußen vor dem Tor hat Jesus gelitten. Er gehörte nicht mehr dazu, er war draußen.

Vielen Menschen geht das so – dass sie draußen sind. Draußen vor den Toren unseres Landes, in dem sie Hilfe suchen. Draußen aus der Gesellschaft, weil sie anders sind als die meisten. Draußen, weil sie aus irgendeinem Grund mit dem Leben nicht ganz zurechtkommen.
Viele haben jetzt auch Angst, dass sie draußen landen. Unser Platz als Christen, sagt der Hebräerbrief, unser Platz ist draußen bei all diesen Menschen. Jesus war auch draußen – wenn wir zu ihm wollen, müssen wir auch hinausgehen. Wir bekommen die Kraft dazu durch Gott, der uns erleben lässt: das hier, all das, was ihr erlebt, das ist nicht alles. Es gibt mehr – es gibt eine Liebe, die uns umgibt und die uns Kraft gibt. Die zukünftige Stadt – das ist keine bloße Hoffnung auf das Jenseits. Die zukünftige Stadt ist ein Bild dafür, dass wir eben umgeben und getragen sind von Gott, dessen Liebe so viel mehr ist als unser tägliches Leben. Wenn wir jetzt auch nicht wirklich hinausgehen können- so können wir doch mit unserer Liebe nach draußen. Wir können einander zeigen, dass wir noch füreinander da sind – so viele machen das ja auch schon. Wir können gemeinsam beten, uns gemeinsam Kraft und Zuversicht geben lassen. 

So scheint das Licht der Liebe und der Hoffnung auch zu uns durch – wie es auch immer durch die Passionszeit hindurch scheint.

Am Sonntag läuten wir um 10.00 Uhr die Glocken und werden dann ein Lied im Garten spielen – mit verschiedenen Instrumenten, die aus den umliegenden Gärten tönen.

Ich wünsche Ihnen von Herzen Gottes Segen!

Ihre Pfarrerin Irene Geiger-Schaller