Unser Altarkreuz

Von Karsten Schaller

Kein Ostern ohne Karfreitag und kein Karfreitag ohne Ostern. Gott, der für uns den Tod besiegt hat, ist auch der Gott, der für seine Liebe zu uns seinen Kopf hingehalten hat. Und Gott, der durch sein eigenes Leiden uns in unserem Leid ganz nahe ist, ist auch der, der das Leiden besiegen wird. Beide Seiten – die hohe und die tiefe Seite Gottes – gehören für uns Christen zusammen. Davon erzählt auch das Kreuz in der Kirche Zum Guten Hirten. Es ist der Auferstandene, der doch leidend am Kreuz hängt, während die Dornenkrone, wenn man genau hinschaut, in eine Königskrone übergeht, und das ganze Kreuz vom Glanz der Auferstehung umgeben ist. Es ist für mich ein „Kreuz für alle Fälle“ geworden, weil es sowohl tröstet, als auch befreit, zum Jubeln einlädt, aber auch nachdenklich macht. Es ist ein Kreuz, das für mein eigenes Leben mit seinen oft gegensätzlichen Facetten steht, und das mir vor Augen hält: „Du, Gott, kennst das alles auch. Du bist mir in allem nahe. Du gibst mir das, was ich gerade brauche, damit ich leben kann.“