Wageni ni baraka - Gäste sind ein Segen

Eine herzliche BegrüßungEstelina Myale und Flora NgesiKindergartenneubau

Bericht aus der Partnergemeinde in Tansania

....das durften mein Mann und ich wieder erleben, als wir Mitte Juni für sieben Tage in Ikwete gewohnt haben. Der Gemeindepfarrer von Ikwete Jilaoneka Mpolo und seine Familie, sowie alle „dienstbaren Geister“ waren fantastische Gastgeber, ebenfalls alle Evangelisten, die Leiter der weiteren Dörfer.

Ikwete I oder A ist das Hauptdorf, dazu kommen noch weitere 10 Dörfer. Diesmal haben wir alle Predigtstellen besucht. Da es inzwischen dank Ihrer Spenden in jedem Dorf einen ausgebildeten Evangelisten gibt, in Ikwete sogar zwei, funktioniert die Gemeindearbeit sehr gut.

Pfarrer Mpolo und einige Freunde haben uns immer begleitet. Dabei konnte ich feststellen, dass er mit seinen Evangelisten, aber auch mit den jeweiligen Bewohnern kameradschaftlich und auf Augenhöhe arbeitet, was zu verschiedenen Erfolgen geführt hat; das war nicht immer so.

Wir haben in einem Zimmer des Hauses der Frauen gewohnt; es war perfekt hergerichtet, sogar mit Moskitonetz, weil die Anopheles-Mücke inzwischen auch im ca.2.000 m hohen Ikwete angekommen ist. Anlässlich der Ecksteinlegung des neuen Kindergartens gab es ein großes Fest, mit dem Bischof der Süddiözese, Mengele. Ein Missionsehepaar, das z. Zt. in Deutschland arbeitet, und wir, durften als Gäste teilnehmen. Den Segen für das Gebäude zelebrierte der Bischof, anschließend fand ein langer, schöner Gottesdienst statt; viele hervorragende Chöre wirkten hier mit, man merkte nicht wie die Zeit verging. Die Kirche in Ikwete war übervoll, wie alle Kirchen, in denen wir Gottesdienst gefeiert haben. Die christlichen Gemeinden in Makambako/Ilembula haben einen großen Zulauf. Es wird im Augenblick in Makambako eine weitere große Kirche gebaut, in der ca. 2.000 Menschen Platz finden.

Es gab in letzter Zeit Probleme mit der Erste-Hilfe-Station. Dr. Magufuli, der neue Präsident von Tansania, hat angeordnet, dass alle Dispensaries und Erste-Hilfe-Stationen registriert werden müssen, natürlich gegen Gebühren. Das bringt dem Staat Geld, das er für viele geplante Projekte braucht. Außerdem muss in jeder Station eine Person eine entsprechende Ausbildung haben, um Medikamente auszugeben. Flora Ngesi, die diese Zusatzausbildung nicht hat, kann aus diesem Grunde nicht arbeiten. Wir haben nun eine gemeinsame Lösung gefunden: Frau Estelina Myale aus dem Nachbardorf Ngamanga, die diese Zusatzausbildung auf eigene Kosten gemacht hat, ist bereit in Ikwete zu arbeiten, bis Flora Ngesi diese Zusatzqualifikation erworben hat – z.Zt. fehlt es an Ausbildungsplätzen – danach arbeitet Frau Myale wieder nur in Ngamanga. Estelina ist auch berechtigt, in DAR ES Salaam bei Aktion Medeor Medikamente zu bestellen; wir haben von unserem letzten Flohmarkt € 1.000,- dorthin überwiesen.

Ein weiteres Problem ist der Container. Ich habe mit sehr vielen Menschen aus Ikwete gesprochen, vor allem mit allen Evangelisten, Frauenleiterinnen, der Betreuerin der Waisenkinder etc. Alle waren sehr enttäuscht, dass wir im Frühjahr nichts geschickt haben. Das lag an den sehr hohen Kosten, die bisher ca. € 120,- pro Kubikmeter, jetzt aber auf € 148,-/m³ für Fahrräder, Nähmaschinen, Werkzeug oder Schuhe und ca. € 200,-/m³ für Kleidung oder Stoffe angehoben worden sind.

Positiv erwähnen möchte ich noch, viele Frauen aus der Gesamtgemeinde arbeiten mit Kleinkrediten zu 5%, die von einer eigenen kleinen Genossenschaft vergeben werden. Diese Genossenschaft haben wir vor einigen Jahren durch eine Anschubfinanzierung auf Wunsch der Frauen unterstützt. Die ursprüngliche Buchführung war für uns nicht durchschaubar, so haben wir hierfür nichts weiter gespendet. Die Genossenschaft läuft heute sehr gut. Wir haben für dieses Projekt noch Geld in den Rücklagen und werden darüber nachdenken, ob wir den Frauen hier noch etwas helfen können. Es ist ein sehr sinnvolles Projekt.

Das erste und kleinste Dorf, das wir besuchten, war Katenge mit nur 11 Dorfbewohnern. Da die Menschen weit ab von anderen Predigtstellen wohnen, wollen die Bewohner selbstständig sein. In der Nähe steht eine große Moschee und viele Muslime leben hier. Der Evangelist Hainesi erklärt, dass er mit seiner Gemeinde versuchen will, die Muslime zu missionieren; einzelne Muslime haben sich schon taufen lassen. Die Christen möchten daher wahrnehmbarer werden und haben damit begonnen, eine kleine Kirche zu bauen. Sie wären sehr dankbar, wenn wir sie dabei finanziell unterstützen könnten.

Es gäbe natürlich noch sehr viel zu berichten, das muss ich aber auf den nächsten Gemeindebrief vertagen. Pfarrer Mpolo und alle Evangelisten in den Dörfern grüßen Sie alle ganz herzlich und danken für Ihre Unterstützung beim Schulgeld für die weiterführenden Schulen, für Waisenkinder, Ausbildung für Evangelisten und Schüler der Fitting School, Fortbildungen für Kindergärtnerinnen und Erste-Hilfe-Personal etc.

Im Herbst werden wir wieder unter der Leitung von Dr. Edeltraud Engl einen Flohmarkt veranstalten. Der Erlös soll diesmal dem Bau des Kindergartens und den Waisenkindern zugutekommen, von denen es in Ikwete sehr viele gibt (12 bis 14 %).

Wenn Sie Fragen zu unserer Partnerschaft haben, wenden Sie sich bitte an eines der Mitglieder unseres Ausschusses:
Doris Blöbaum, Dr. Edeltraud Engl, Regine Kassel, Brigitte Waldecker, Stephan Fluhrer, Ulrich Werwigk, Elvira Schymkowitz und natürlich an Pfarrer Karsten Schaller.

Kleinkredite helfen FrauenContainerankunftBischof