Grüß Gott...

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Brief zum Sonntag
29.11.2020
1. Advent

Der Brief zum Sonntag kommt an diesem Sonntag von unserer Religionspädagogin Elke Zahler:

Liebe Gemeinde!
Am Sonntag feiern wir schon den 1. Advent. Das Jahr geht langsam oder für manche auch schnell zu Ende, doch unser Kirchenjahr beginnt jetzt mit dem kommenden Sonntag.
In der Kirchengemeinde haben wir Corona-konform unsere Adventskränze im Untergeschoss des Gemeindehauses gesteckt. Diese werden am Samstag vor dem 1. Advent verkauft, so dass es auch in den Häusern Advent werden kann.

Die staade Zeit kann also beginnen. Wir sind vorbereitet. Und wahrscheinlich zum ersten Mal  wird es wirklich eine staade Zeit, in der „Zeit“ ist, sich auf die Ankunft Christi vorzubereiten.
Zeit, sich zuhause hinzusetzen und Adventsgrüße zu schreiben. Zeit, mit den Kindern  oder Enkelkindern zuhause zu sein und Plätzchen zu backen, zu spielen oder auch gemeinsam einen schönen Adventsfilm anzuschauen. Wir haben jetzt auf einmal Zeit!

Die Wochen des Advents sind für mich ganz besondere Wochen. Wochen, in denen die Sinne wieder empfindsamer sind. Es liegt eine Art von Zauber in dieser Zeit. Es scheint, als ob aus diesen besonderen Tagen etwas ausgeht, dass uns „weicher“  und sinnlicher macht.

Zur Adventszeit gehören für mich Mandarinen, Punsch, Nüsse, Weihnachtsplätzchen, viele Kerzen, der Duft von Tannennadeln, Weihnachtsmusik, Geschenkpapierrascheln, Geheimnisse im ganzen Haus, Weihnachtskarten – diese Wochen sind für mich irgendwie ganz anders. Vieles, was ich als Kind in dieser Zeit erlebt und geliebt habe, habe ich in meine eigene Familie mit aufgenommen. Es ist eine Zeit, in der ich auch auf gewisse Weise mit meiner eigenen Kindheit verbunden bin. In diesen Wochen, in denen es draußen früh dunkel wird, richte ich meine Aufmerksamkeit eher nach innen, auf mich selbst. Das tut mir gut.

Ich wünsche Ihnen alle, dass sie in dieser besonderen Zeit, den Mut finden, sich von dieser besonderen Zeit berühren und erwärmen zu lassen und Ihren Blick einmal wieder mehr auf sich selbst zu konzentrieren.

Ein schönes Gedicht von Rainer Maria Rilke möchte ich Ihnen noch mitgeben:

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre
Verstummte und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen -:

Dann könnte ich in einem tausendfachen
Gedenken bis an deinen Rand dich denken
Und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
um dich an alles Leben zu verschenken
wie einen Dank.

Eine gesegnete Adventszeit,
Ihre Elke Zahler