Brief zum Sonntag

31.7. & 7.8.


Liebe Gemeinde!
In dieser Zeit geht gerade geht es in den Texten der Sonntage darum, wie wir in unserer Welt wirken, wie der Glaube sich zeigen kann.
Wenn wir jetzt am Sonntag Pfarrer Yusuph Mbago verabschieden, werden wir noch einmal spüren, wie die Botschaft von der Liebe Gottes sich über die ganze Welt ausgebreitet hat.

Auch am Sonntag darauf geht es um unsere Ausstrahlung. Der Text des Evangeliums lautet:

Ihr seid das Salz der Erde. 
Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.

Jesus sagt nicht: ihr sollt das Salz der Erde sein- ihr sollt das Licht der Welt sein. Jesus sagt: Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt. Ihr, die ihr meine Botschaft hört und sie an euch heranlasst – ihr seid jeder und jede ein unverzichtbarer Schritt in eine bessere Welt. 
Und die Bilder vom Salz und vom Licht sagen uns, wie wir diese Schritte gehen können.
Salz– ein Essen ohne Salz schmeckt fad; unsere Körper brauchen Salz zum Überleben.
Licht – Wir brauchen Licht, um zu sehen und um uns zu wärmen. 
Salz und Licht sind notwendig, aber nicht beherrschend.
Salz ist einem Essen in einer kleinen Menge beigemischt, es durchdringt das Essen und macht es würzig.
Licht scheint in der Dunkelheit. Es durchdringt die Dunkelheit und erhellt sie.

Und so ist es auch mit uns, die wir an die Botschaft von der Liebe glauben. Wir werden nie alles im Griff haben. Aber wir wirken. Durch kleine Dinge, die die Welt durchdringen. Durch kleine Zeichen der Liebe, die dem Konkurrenz – und Machtkampf unserer Welt entgegenwirken.
So wie auch Jesus die Welt keineswegs „im Griff“ hatte. Doch hat er es durch sein Leben und Wirken geschafft, die Liebe bis heute aufrecht zu erhalten.

Das Licht, von dem Jesus redet, das blendet nicht. Es leuchtet und wärmt. Und zwar all die, die eben gerade da sind.
Das heißt: wir alle tragen zu diesem Licht bei. Wir müssen nicht blenden – wir strahlen einfach aus. 

Jesus selbst war  Salz der Erde und Licht der Welt dadurch, dass er sich den Menschen zugewandt hat, die ihm begegnet sind.
Und ich denke, das ist letztlich auch für uns nötig. Die Menschen wahrnehmen, die um uns herum sind. Die uns brauchen, unsere Nähe, vielleicht unsere Hilfe. So ist es möglich, auszustrahlen und zu würzen – wie das Licht und das Salz.

Ihr seid das Salz der Erde – Ihr seid das Licht der Welt. Wenn einer anfängt, wenn eine sich traut – dann setzt es sich fort. Es setzt sich fort, weil die Menschen einander begegnen. Weil sie spüren, dass Liebe wohl tut. 

Wir können die Botschaft von der Liebe noch so laut brüllen – hören werden sie nur wenige. Aber spüren – das ist etwas anderes.
So ist jeder und jede von uns Salz der Erde und Licht der Welt, wenn sie oder er einem anderen Menschen freundlich begegnet; wenn wir einander helfen, statt gegeneinander zu sein.

Als Jesus seine Bergpredigt hielt, sprach er zu den Menschen, die damals auf diesem Hügel waren. Seine Predigt wurde nicht auf Milllionen von Bildschirmen in die Welt übertragen.
Er sprach zu denen, die ihm da begegneten. Und die durch die Nähe seine Liebe spürten.
Diese Menschen haben die Liebe weitergegeben. Den Menschen, denen sie begegneten. Und so hat sich die Botschaft von der Liebe immer wieder erneuert und ausgebreitet bis heute.
Es hat Sinn, die Liebe Gottes weiter zu geben.
Denn ohne Salz und ohne Licht kann die Welt nicht überleben.

Amen

Ich wünsche Ihnen von Herzen Gottes Segen!
Ihre Pfarrerin Irene Geiger-Schaller